Schnaps brennen

Nach dem Probieren meines ersten selbstgemachten Weins hatte ich die Idee, daraus einen Schnaps zu brennen. Also hab ich mich informiert wie das funktioniert und rechtlich geregelt ist.

Eigentlich ist es ganz einfach. In Deutschland darf jede Privatperson zum Eigenverzehr selbst Schnaps brennen. Die einzige Beschränkung ist, dass die Destille (das „Gerät“ das zum Brennen benutzt wird) ein maximales Fassungsvermögen von 0,5 Litern haben darf. Beim Brennen selbst muss man genau auf die Temperatur achten, da bei falschen Temperaturen Giftstoffe entstehen können. Aber dazu später mehr. Um Schnaps in größeren Mengen, oder zum Verkauf brennen zu dürfen, benötigt es Genehmigungen vom Zollamt.

Also hab ich mir gleich eine wunderschöne 0,5 Liter Destille bestellt und mich an meine ersten Brennversuche gewagt.

0,5 Liter Kupfer Destille
Meine Destille beim ersten Brennversuch.

Der erste Versuch ging grandios in die Hose, denn ich hatte die Temperatur viel zu hoch getrieben und der ganze Inhalt der Destille kochte über.

Der zweite Versuch glückte, weil ich diesmal penibel auf die Temperatur achtete und diese genau bei 79°C hielt. Doch die Ausbeute war mit ca. cl sehr gering und schmeckte auch nicht sonderlich gut.

Also hab ich einen Bekannten gefragt, der eine staatliche Lizenz zum privaten Schnaps brennen in großem Stil besitzt, ob ich ihm mal über die Schultern schauen kann.

Er hat mich gleich dazu eingeladen ihm mal beim Brennen zu helfen.

Er besitzt eine 47 Liter Brennblase mit elektronischer Heizung, in einer alten zur Brennkammer umgebauten Scheune.

 

47 Liter Brennblase
47 Liter Brennblase in Privatbesitz

 

Brennblase in der Brennkammer
Brennblase in der Brennkammer eines Bekannten

 

Schnaps in so großen Brennblasen zu brennen ist vom Vorgang her recht leicht. Maische reingießen, Heizung und Wasser aufdrehen und Behälter für das Ergebnis anschließen. Was dabei rauskommt wird dann zum Veredeln nochmal gebrannt und der Vorlauf, in dem die Giftstoffe sind, wird weggeschüttet. Die große Schwierigkeit ist hier der Papierkram. Jeder Liter Maische muss versteuert werden und jeder Brennvorgang muss mindestens 2 Wochen vorher angemeldet und genehmigt werden.

Das wirklich wichtige beim Brennen ist laut meinem Bekannten die Maische. Diese macht er noch richtig traditionell ohne Hefe und ohne zugesetzten  Zucker. Hier darf man nur Früchte aus eigenem Anbau benutzen, sonst bekommt man keine Lizenz. Für die Maische werden nur die besten Früchte benutzt, diese gewaschen, und geschnitten und dann – je nach Sorte – ein paar Monate zum Reifen in den Mostkeller gestellt. Dann muss die Maische nur noch einmal durchgemixt werden und kann daraufhin gebrannt werden.

 

Alles in allem wäre Schnapsbrennen ein spitze Hobby, wenn man ein Grundstück hat, auf dem man Früchte und Beeren anpflanzen kann. Natürlich ist es auch sinnvoll, wenn man sich dazu eine Brennkammer einrichten und ein Brennblase leisten kann. Das Brennen mit meiner kleinen Destille ist eher nicht dazu geeignet wirklich Schnaps zu brennen. Diese ist dann eher etwas zum in die Vitrine stellen.

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